Lasse Petersdotter
August 2019
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BNE Tour – ein spannender Besuch bei der Kiel School of Sustainability und yooweedoo

LasseLasse

Anfang Juni habe ich mir im Rahmen der BNE-Tour der Grünen Landtagsfraktion die Kiel School of Sustainability und das daran angegliederte Lernprogramm yooweedoo angesehen. Initiator des Ganzen ist Professor Christoph Corves, der neben seiner Lehrtätigkeit an der Kieler Uni, sich mit großer Leidenschaft und Engagement für das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung einsetzt.

Die Kiel School of Sustainability wurde 2011 als Einrichtung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der CAU gegründet und kooperiert mit der agrar- und ernährungswissenschaftlichen Fakultät, der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie mit der philosophischen und der rechtswissenschaftlichen Fakultät. Es werden vier Masterstudiengänge angeboten: Sustainability, Society and the Environment, Environmental Management, Applied Ecology und Environmental and Ressource Economics. Außerdem bietet die Kiel School Lehrangebote von 75 Lehrenden aus 5 Fakultäten an und wird von über 200 Studierenden aus mehr als 30 Ländern besucht. Es ist offensichtlich: Hier funktioniert interdisziplinäre Forschung und Lehre!

Das Spannende am internationalen Masterstudiengang Sustainability, Society and the Environment ist vor allem seine Projektorientierung. Zum einen besteht die Möglichkeit, zu nachhaltiger Entwicklung zu forschen und zum anderen können Studierende bei dem Lernprogramm yooweedoo teilnehmen, das bei der Gründung nachhaltiger und sozialunternehmerischer Projekte, Vereine und Unternehmen unterstützt. Wer eine schlaue Idee im Sinne der Nachhaltigkeit hat, wird im ersten Jahr bei der Projektkonzeption gefördert und kann zudem bei einem Ideenwettbewerb teilnehmen, bei dem bis zu 2.000 € pro Projekt gewonnen werden können. In der zweiten Hälfte des Jahres wird dann das Pilotprojekt durchgeführt und modifiziert. Im zweiten und dritten Jahr wird das Geschäftsmodell optimiert und im Idealfall ein Verein oder ein Unternehmen gegründet. Auf diese Weise wurden seit 2011 über 180 Projekte und Startups deutschlandweit entwickelt und unterstützt, 60 Prozent davon allein in Schleswig-Holstein. yooweedoo steht nicht nur Studierenden der Kiel School offen, sondern bietet jeder*m Interessierten in einer Vielzahl an “Kursen für Zukunftsmacher, die Möglichkeit, ihre*seine nachhaltige oder gemeinnützige Idee umzusetzen. Während des Termins wurde deutlich, dass es gar nicht so leicht ist, yooweedoo in einem Satz zu erklären. Hilfreich ist allerdings, sich zu vergegenwärtigen, dass es sich dabei um ein komplexes „Ökosystem zur Förderung von Zukunftsmacher*innen“ handelt. Mit der Komplexität und Innovationskraft von yooweedoo gehen leider auch organisatorische Herausforderungen einher. Hier muss Land und Hochschule noch dazulernen.

Bei dem Treffen lernte ich außerdem noch das Kieler Sozialunternehmen Goldeimer kennen, welches auch im Rahmen von yooweedoo entstanden ist. Malte Schremmer, Gründer von Goldeimer stellte uns das simple und geniale Konzept vor: Mit den fröhlich bunten Goldeimer-Komposttoiletten, die auf Festivals zur Verfügung gestellt werden, leitet das soziale Unternehmen die daraus erzielten Gewinne in die Arbeit von VIVA CON AGUA und der WELTHUNGERHILFE ab. Zudem verkauft Goldeimer kleinere Komposttoiletten-to-go aus regionalen und nachhaltigen Ressourcen, z. B. für den heimischen Kleingarten sowie 100% recyclebares Klopapier, mit dem weltweite Sanitärprojekte unterstützt werden.

Projekte wie Goldeimer und Netzwerke wie yooweedoo leisten einen wichtigen Beitrag zur Förderung eines nachhaltigen Bewusstseins sowie eines sozialeren Miteinanders und müssen deswegen auch in Zukunft weiter gefördert werden.

Lasse
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