Lasse Petersdotter
August 2019
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Fraktionsreise in die Niederlande – für ökonomisch und ökologisch gute Politik

Mirjam LiggefeldtMirjam Liggefeldt

Wie in jedem Jahr ist unsere Fraktion auch dieses Jahr auf Reise gegangen. Ziel dieser gemeinsamen Reisen ist es, einen Blick über den Schleswig-Holsteinischen Tellerrand zu werfen und sich mit unterschiedlichen Akteur*innen zu politischen Themen zu treffen.

Dieses Jahr ging es für uns direkt nach der Europawahl in die Niederlande. Um aus diesem Beitrag kein Tagebucheintrag zu einer Klassenfahrt zu machen, werde ich nur eine kleine Auswahl politischer Schlaglichter niederschreiben. Mein Fokus soll auf Klimaschutz liegen:

Besonders prägend war für mich als Hochschulpolitiker der Besuch bei der Einrichtung EnTranCe. Dabei handelt es sich um eine so genannte innovative Werkstatt mit Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Die Niederlande haben über Jahrzehnte ihre reichen Erdgasvorkommen zur Energiegewinnung ausgebeutet. Nur, weil die Klimakrise in der öffentlichen Debatte immer bewusster wird, möchte die Niederlande von dieser fossilen Energiequelle wegkommen. Der viel wichtigere Grund für den Kurswechsel sind die zahlreichen Erdbeben, die die Niederlande in der Vergangenheit durch den Erdgasabbau erlebt hat.

Die Landstadt Gröningen, in der sich EnTranCe befindet, fördert bereits weniger Erdgas. Wie dieser Wandel gestaltet werden kann, ist ein wesentlicher Teil der Arbeit von EnTranCe. Es geht um das Sparen von Energie, das Erzeugen von erneuerbaren Energien, die Unterstützung lokaler innovativer Initiativen und die Schaffung eines neuen Energiesystems.

Dabei wird nicht nur auf Forschung gesetzt, sondern auch auf Lehre und die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Gesellschaft, folglich lautet das Motto „Share your talent. Move the world“. Es wird besonders auf Wasserstofftechnologien gesetzt, um etwa Zentralheizungssysteme in Wohnblöcken mit Wasserstoff betreiben zu können. In fünf bis zehn Jahren soll diese Technologie auf dem Markt ankommen.

Innovative Werkstätten sind eine gemeinsame Plattform von unterschiedlichen Akteur*innen aus Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft. So entstehen Lernnetzwerke, die zudem dazu dienen, dass Menschen in der Region gehalten werden. Jede*r Student*in muss während des Studiums einmal an einer innovativen Werkstatt studieren. Hier lässt sich vieles auch für die Hochschullandschaft in Schleswig-Holstein übernehmen.

Aber wie kann Klimaschutz schon heute praktisch werden? Davon haben mir uns ein Bild in der Stadt Haarlem gemacht. Die Stadt Haarlem hat ein „Climate Neutral Program“, durch das sie ihren Anteil am Pariser Klimaabkommen erfüllen wollen. Um dies zu erreichen, wird die Kreativität der Menschen genutzt und Maßnahmen gemeinsam entwickelt. So wurden Nachhaltigkeit-Fonds eingerichtet, aus denen man Klimakredite für die energetische Sanierung von Häusern erhält. Aber auch das Thema Klimaanpassungen sind wesentlich präsenter, als es in Schleswig-Holstein oft der Fall ist. Etwa wenn es um die Frage geht, wie eine Stadt und ihre Abwassersysteme eigentlich starken Niederschlag aushalten können.

Ziel der Stadt Haarlem ist eine Kreislaufwirtschaft bis 2040. In einem linearen Wirtschaftssystem, wie wir es zurzeit vorfinden, bei dem am Anfang einer Produktion eine Ressource steht und am Ende nicht wiederverwendeter Müll, ist ökonomische Innovation deutlich schwieriger, da der Profit erst ganz am Ende der Kette steht. In einer Kreislaufwirtschaft wäre das anders. Die Vorteile sind also nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch.

Wir haben in den Niederlanden viele Beispiele für guten Klimaschutz erlebt, der Spaß macht. Ob durch eine deutlich bessere Fahrradinfrastruktur, spannende Forschung oder innovative Wirtschaftspolitik.

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