Lasse Petersdotter

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Verschwörungsmythen zu Corona

Luca KöppingLuca Köpping

Während die ersten Tage der Corona-Pandemie sehr still wurde um Verschwörungsideolog*innen und Impfgegner*innen, zeigt sich heute, dass dies nur eine Art Ruhe vor dem Sturm war. Seit einigen Tagen kommt es bundesweit zu so genannten Hygienespaziergängen, bei denen eine sehr heterogene Gruppe von Kritiker*innen an den aktuellen Infektionsschutzmaßnahmen auf die Straße gehen und ihren Protest ausdrücken.

In der Mobilisierung und Begründung der Proteste dominieren Verschwörungsmythen, die bereits seit einigen Wochen online zunehmende Aufmerksamkeit genießen. Das ist gefährlich, denn das Grundsetting ist sehr anschlussfähig an viele Milieus: Es geht gegen “die Pharmaindustrie”, gegen Merkel, gegen Milliardäre, gegen angebliche Impfzwänge und am Ende wird es doch meistens irgendwie antisemitisch.

Auf dieser Seite möchte ich mich fortlaufend mit den Verschwörungsmythen zur Corona-Pandemie auseinandersetzen. Was es jetzt braucht, ist Besonnenheit und Solidarität. Verschwörungsideolog*innen wollen von beidem das Gegenteil und gefährden damit Menschenleben. Es sind keine harmlosen Spinner!

Die Mythen:

Impfzwang

Zahlreiche Verschwörungsideolog*innen sprechen von einem geplanten Impfzwang, der angeblich mit dem Infektionsschutzgesetz am 15.5. vom Bundestag beschlossen werden solle. Dass ein Impfzwang allerdings nie im Infektionsschutzgesetz vorgesehen war, spielt dabei offenbar keine Rolle. An dieser Stelle wittern zudem Impfgegner*innen, die bereits seit vielen Jahren auch in Deutschland immer umtriebiger werden, die Chance ihre grundsätzliche Kritik an Impfungen zu platzieren. 

Mehr Infos: 

„Impfzwang“-Faktencheck: Hat das Bundeskabinett eine Corona-Impfpflicht beschlossen? | SWR3 Faktencheck: Fake News | Aktuell

Geraune vom Impfzwang: Was dran ist

Corona-Falschinformation: Angst vor der Zwangsimpfung | ZEIT ONLINE

JUST A FLU

Wie schlimm ist Corona nun? Während Vergleiche durchaus sinnvoll sind, um eine Gefahr bewerten zu können, steckt hinter “just a flu” durchaus eine komplexere Strategie. Es ist nicht erst seit dieser Krise auf Problembeschreibungen mit einem “What about”, dem sog. Whataboutism, zu reagieren. So entstand schnell der Mythos davon, dass der neuartige Coronavirus nicht gefährlicher sei, als eine herkömmliche Grippe. Ein Mythos, der auch von einigen Regierungschef*innen weltweit vertreten wurde.

Donald Trump sagte dazu beispielsweise auf Twitter: „So last year 37,000 Americans died from the common Flu. It averages between 27,000 and 70,000 per year. Nothing is shut down, life & the economy go on. At this moment there are 546 confirmed cases of CoronaVirus, with 22 deaths. Think about that!“

Argumentiert wurde hier lange mit der so genannten Übersterblichkeit (die allgemeine Sterblichkeit, unabhängig von der Ursache). Die Zahlen hierfür stammten von EuroMOMO (European monitoring of excess mortality for public health action). Aus methodischen Gründen ist das laut den Verantwortlichen von EuroMOMO aber keine tragfähige Quelle für einen Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie.

Inzwischen haben u.a. die New York Times aktualisierte Zahlen zur Übersterblichkeit veröffentlicht. Auch die Zahlen von EuroMOMO zeigen einen deutlichen Anstieg der Übersterblichkeit. Letztere betonen noch immer, dass ihre Daten mit Vorsicht zu interpretieren sind. 

Hinzu kommt, dass die Infektionsschutzmaßnahmen stets die Kapazität des Gesundheitssystems im Verhältnis zum sich schnell ausbreitenden Corona-Virus setzen muss. Denn was eine Überforderung des Gesundheitssystems bedeutet, haben die furchtbaren Bilder aus Bergamo, New York und anderen Orten der Welt gezeigt. 

Mehr: 

Covid-19-Pandemie: EuroMOMO warnt vor Fehlinterpretation ihrer Statistiken

https://www.nytimes.com/interactive/2020/04/21/world/coronavirus-missing-deaths.html

https://www.euromomo.eu/graphs-and-maps/

Bill Gates

Um ihn ranken sich verschiedene Verschwörungsmythen. De facto warnt er seit Jahren vor einer globalen Pandemie. (The next outbreak? We’re not ready | Bill Gates) Er kritisierte auch Donald Trump offen für die Einstellung der Zahlungen an die WHO. Im Fokus der Kritik steht die Stiftung von Bill Gates und seiner Frau Melinda.

Ein besonders absurder, aber beliebter Verschwörungsmythos besagt, dass Bill Gates den Menschen Mikrochips einpflanzen wolle. 

Seinen Ursprung findet dieser Mythos in einer Redditeinlassung von Gates, wo er folgendes sagt: “Eventually we will have some digital certificates to show who has recovered or been tested recently or when we have a vaccine who has received it.” Es geht also eigentlich in der Einlassung nicht um Mikrochips, sondern um digitale Zertifikate, die auch in jedem Smartphone vorhanden sind. Laut Verschwörungsmythen waren damit aber “Quantum Dot” Tattoos gemeint. Das ist ein MIT-Projekt, mit dem in Ländern mit einer schlechteren Impfquote, Impfungen von Menschen mit hilfe eines Farbstoffes nachvollzogen werden können. Diese Farbe ist nicht sichtbar, wird auf der Haut angebracht und kann mit einem umgebauten Smartphone ausgelesen werden. Eine Fernverfolgung oder ein Tracking ist nicht möglich. Man kann die Markierung nur mit Sichtkontakt aus einer Entfernung von 30 Zentimetern auslesen. Gates hatte dieses Projekt mitfinanziert.

Dazu muss man wissen, dass Bill Gates insgesamt ein sehr technikgläubiger Mensch ist. Wie in der aktuellen Netflix-Doku über sein Leben dargestellt, ist Gates davon überzeugt, dass es technische Lösungen für die meisten Probleme der Menschheit geben würde. Über diese Sicht auf die Welt lässt sich politisch wunderbar streiten, dafür braucht es keine Verschwörungsmythen.

Es wäre übrigens klasse, wenn sich Staaten stärker um die Forschung an gesundheitlichen Risiken und die Bewältigung von gesundheitlichen Krisen kümmern würde. Tatsächlich ist der übermäßige Einfluss privater Gelder auf die Bekämpfung wichtiger gesellschaftlicher Probleme eine Entscheidung und muss nicht hingenommen werden. Gerade bei Bill Gates steht dies seit längerer Zeit zur Debatte. Rund 10% der Einnahmen der WHO stammen aus Spenden des Milliardärs. Auf der einen Seite ist es natürlich etwas sehr Gutes, wenn reiche Menschen, ihr Geld einem gesellschaftlichen Nutzen zuführen. Auf der anderen Seite ist es natürlich ein potenziell kritischer Einfluss. Um diesen zu umgehen müssten aber die Staaten mehr Geld in die Hand nehmen, um große Probleme wie die Bekämpfung des Klimawandels oder globale Pandemien verstärkt zu bekämpfen. Mehr zu der Frage, ob Reiche Menschen die Welt retten sollten, erfahrt ihr in diesem Video von Simplicissimus Bill Gates & Co: Sollten Milliardäre die Welt retten? 

Corona-Verschwörer attackieren Bill Gates | futurezone.at

Das ist dran an Ken Jebsens großer Gates-Verschwörung

Was ist dran an den Corona-Gerüchten über Bill Gates?

5G verbreitet Corona

Sehr früh entstand der Mythos, dass 5G-Funktürme verantwortlich für die Verbreitung des Coronavirus sei. So absurd es auch klingt, hat dieser Mythos dazu geführt, dass zahlreiche 5G-Funktürme zerstört wurden. Auch hier ist Corona nur das Mittel für eine ohnehin schon bestehende Agenda: Seit Jahren gibt es laute und wissenschaftlich nicht fundierte Protestbewegungen gegen 5G, da nutzt man natürlich gerne die Ungewissheiten, die zum Coronavirus bestanden und bestehen. 

Die These der Verschwörungsideolog*innen ist, dass 5G  Corona übertragen müsse, da die entsprechende Region in Wuhan ein besonders dichtes 5G Netz habe. Die Behauptung ist aber einfach aus der Luft gegriffen. Abseits der Debatte um das 5G Netz wird ein globaler Virus, der sich von Mensch zu Mensch überträgt, nicht durch technische Funkstrahlung ausgelöst.

Den Virus gibt es gar nicht

Ja, was soll man dazu schon sagen? Nur weil du (noch) niemanden mit einer Covid-19-Erkrankung kennst, heißt es nicht, dass es sie nicht gibt. Ich kenne auch keine Menschen, die Luxus-Yachten haben und doch soll es sie geben. Dafür kenne ich übrigens Menschen, die Covid-19 hatten. So ist das manchmal, würde es umgekehrt auch schöner finden.

Die Ideologie, dass nicht nur der Coronavirus, sondern grundsätzlich alle Viren, nicht existieren würden, findet seinen Ursprung in den Tiefen der Impfgegner*innenszene. Sie wurden auch schon rund um Masern, HIV und Co gesponnen. Häufig wohnt dem Ganzen auch noch der eigenwillige Mythos bei, dass Menschen die Viren durch alternative Medizin oder ein anderes Mindset bekämpfen und verhindern könnten.

Dazu gibt es eine sehr interessante Geschichte von einem Impfgegner, der 100.000€ für einen Beweis für Masernviren versprach. Nachdem ihm diese Beweise geliefert wurden, zog er vor Gericht: Der unglaubliche Fall des David Bardens

Wer tummelt sich da so?

Es gibt große Unterschiede zwischen denen, die sich gerade in den Chor der Coronamythen zu Wort melden. Einige sind alte Bekannte aus der rechtsextremen Szene, andere neue Esoteriker*innen und weniger sind leider auch Personen, die man vielleicht einmal mochte. Es ist aber wichtig, einige der Namen mal gehört zu haben, um nicht auf ihre kruden Thesen herinzufallen. Darum möchte ich im Folgenden einen kleinen Überblick bieten.

Level 1

Wolfgang Wodarg

Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Lungenfacharzt aus Flensburg bereitet einigen in der SPD gerade Kopfzerbrechen. Sowohl der Europaabgeordnete Tiemo Wölken, als auch der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierten Wodarg scharf. 

Wodargs Biographie in Verbindung mit den falschen Thesen, schaffen eine für Verschwörungsideolog*innen sehr wichtige Zerstreuung und damit den Nährboden für andere Mythen. Die Thesen von Wodarg wurden widerlegt und seine Prognosen haben sich nicht bewahrheitet. Aber im Raum bleiben sie unverändert.

Besonders gruselig reiht sich allerdings hier eine Äußerung von ihm im Flensburger Tageblatt vom 26. Februar 2020 ein: “Wer [von den Einschränkungen] geschädigt wurde oder davon bedroht ist, sollten sich nicht scheuen, die verantwortlichen Panikmacher und ihre unkritischen Vollzugshelfer zur Rechenschaft zu ziehen.”

Dazu lässt sich Wodarg über die WHO als “von privaten Geldgebern schon lange institutionell korrumpiert” aus, was eine klare Anspielung auf den Verschwörungsmythos um Bill Gates ist. 

Wodarg könnte ein kritischer Debattenteil sein, nur leider lässt er sich allzu häufig zu populistischen Aussagen verleiten und ist nicht in der Lage, seine Fehlinterpretationen, die er zweifelsfrei getroffen hat, einzusehen. Dazu lässt er sich mit harten Verschwörungsideolog*innen (wie Eva Hermann und Ken Jebsen)ein und verbreitet darüber letztendlich auch deren Botschaften und hilft dabei, sie zu Legitimieren. Dazu kommen eigene medienfeindliche Aussagen und eine fragwürdige Haltung gegenüber politischen Entscheidungsträger*innen.

Weitere Infos:

Fake News über Corona von Wolfgang Wodarg | REACT | Tiemo Wölken

Karl Lauterbach: Wolfgang Wodarg erzählt „blanken Unsinn“ zu Corona – das sind Fake News!

Level 2

Ken Jebsen

Einer der wichtigsten Sprachrohre für Verschwörungsmythen in Deutschland ist der ehemalige RBB-Radiomoderator Ken Jebsen. Er hat seinen Sender damals verlassen müssen, als er einem Hörer schrieb, dass er wisse, wer den “Holocaust als PR erfunden” habe. Seit dem erreicht er über KenFM ein breites deutschsprachiges Publikum mit Mythen um 9/11 und vielem Mehr. Mit seiner grundsätzlichen Rolle in der Szene der Verschwörungsideolog*innen und seinen Werdegang ließen sich vermutlich Bücher füllen. Von einem zweifelhaften Privatjournalisten entwickelte er sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Hardcore-Verschwörungsideologen mit einer großen Zuhörer*innen und -schauer*innenschaft. Er ist vermutlich das größte Sprachrohr der Szene und bildet die abstrusen Mythen aber auch die Streuung der politischen Richtung der Verschwörungsargumentationen am besten ab.

„Gates kapert Deutschland“ zerlegt | WALULIS

Eva Herman

Einigen wird Eva Hermann noch ein Begriff sein. Die ehemalige Fernsehmoderatorin des NDR, die aufgrund ihres Lobes für die Mutterrolle im Nationalsozialismus für den Sender untragbar wurde, tritt heute für Verschwörungsplattformen gegen Geflüchtete und zu diversen Verschwörungsideologischen Klassikern  auf. Eva Hermann gibt damit ihren ehemals guten Ruf als Journalistin her, um rechte Verschwörungsideologien gesellschaftlich anschlussfähiger zu machen. Unter anderem interviewt sie nun Xavier Naidoo und erzählt von der Neuen Weltordnung. Dort reproduziert sie derzeit den Mythos von Bill Gates und der WHO mitsamt angeblichen Mikrochipimplantaten und Impfpflicht.

Heiko Schrang

Heiko Schrang gehört mit 160.000 Abonnent*innen zu den eher erfolgreicheren deutschen  Verschwörungsideolog*innen auf YouTube. Aber auch außerhalb von YouTube verbreitet er seine kruden Thesen in rechten Medien wie Epoch Times über angebliche “GEZ-Lügen” und in seinen Büchern über die klassiker antisemitischen Verschwörungsideologien. Und natürlich schlägt er auch in der Covid-19-Pandemie in die gleiche Kerbe wie viele andere Verschwörungsideolog*innen, die gerade das Gefühl haben, dass endlich ihre Zeit gekommen sei. 

Er nutzt vor allem das Corona Thema, um seinen Leuten seinen sonstigen Kram zu verkaufen. Er scheint primär Menschen, die ihm glauben, für seinen finanziellen Vorteil zu nutzen und verbreitet dafür die übelsten Verschwörungsmythen. Jetzt nutzt er halt den Coronavirus, weil sich mit der Panik eben derzeit am besten Geld verdienen lässt.

Weitere Infos:

SchrangTV Exposed: Rechte Hetze auf Youtube

Level wirr

Xavier Naidoo

Xavier Naidoo dürfte nahezu allen Menschen ein Begriff sein. Unter Anderem als Sänger der Söhne Mannheims und Fernsehpromi war er zuletzt noch bei RTL unter Vertrag, bis er Anfang März ein Zuwanderer*innenfeindliches Video ins Netz stellte. Seitdem dreht er vollkommen frei. In seiner Telegram Gruppe sendet er die wildesten Verschwörungstheorien an tausende Menschen.

Xavier Naidoo behauptet zum Beispiel, dass in großem Stile Kinder für eine Anti-Aging-Superdroge entführt und anschließend an Kannibalen und den illegalen Organhandel verkauft werden – kein Scheiß; Linke und SPD bezeichnete er unlängt als Faschisten; er zeigt sich offen für Thesen der Reichsbürger-Bewegung.

Bereits seit Jahrzehnten wird Xavier Naidoo eine Offenheit zu rechten Thesen vorgeworfen. Mitten in der Coronakrise scheint er aber jetzt einmal richtig die Sau rauslassen zu müssen. Unter anderem leugnet er die grundsätzliche Existenz des Virus. 

Mehr:

Was ist Adrenochrom – und was hat Xavier Naidoo damit zu tun?

Xavier Naidoo: „SPD und Die Linke sind die neuen Faschisten“

Xavier Naidoo: Seine Skandale von Homophobie bis Reichsbürger

Attila Hildmann

Attila Hildmann ist bekannter Koch und machte sich über Auftritte als Veganer in diversen Fernsehshows bekannt. Seit 2015 ist er aber Influencer für rechten Aussagen und Verschwörungstheorien. So bezeichnete er den Umgang mit Geflüchteten als “Selbstverstümmelung deutscher Werte und Kultur”.

Seine vielfältigen wirren Äußerungen zur Coronakrise dürften ihn zudem nun bekannter gemacht haben, als er es je war. Neben Beleidigungen gegen Jens Spahn, sah er in einer Olympiazeremonie 2012 einen konspirativen Hinweis auf Covid19 und bezeichnete Atemschutzmasken als neue Hakenkreuze.

Inzwischen fabuliert er wie viele weitere Verschwörungsideolog*innen vom 15.5. als Stichtag der Weltverschwörung (Wir sind sehr gespannt). Zudem organisiert er selbst so genannte Hygienedemos gegen die Corona-Maßnahmen.

Mehr:

Angriff auf Journalisten bei Attila Hildmanns Anti-Corona-Demo

https://www.derwesten.de/panorama/promi-tv/attila-hildmann-schiesst-gegen-jens-spahn-einfach-mal-fresse-halten-id228997967.html 

https://web.archive.org/web/20160417122515/https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/politik-gesellschaft/rechts-und-vegan-100.html

Die Rolle der AfD

Die AfD hat zurzeit keine einheitliche Position. Bereits zu Beginn der Pandemie gab es allerdings zahlreiche Berichte über AfD-Abgeodneten die sich der Einhaltung der Hygienestandards etwa in Parlamenten, verweigerten. Es gibt zahlreiche Überschneidungen zwischen AfD und den verschwörungsideologischen Hygienespaziergängen. Die AfD hat grundsätzlich eine sehr starke Nähe zu Verschwörungsideologien. 

Widerstand 2020

Der Widerstand2020 beschreibt sich selbst als eine “Mitmach-Partei”, die sich aus der Bewegung gegen die Infektionsschutzmaßnahmen gebildet hat. Als Mitglieder nennt Widerstand2020 rund 90.000 Personen (Stand 3. Mai), worunter allerdings möglicherweise auch zahlreiche Bot-Accounts zählen, da die Partei auch Website-Aufrufe als Parteimitglieder zählt. Die inoffizielle Facebook-Seite hat rund 30.000 Mitglieder, auf der offiziellen Seite sind es 4.000 Personen. Mitgliedsbeiträge werden nicht erhoben und Spenden sollen nur anonym erfolgen.

Die Positionen von Widerstand2020 sind völlig wirr. Es ist ein Gemisch aus grundsätzlicher Ablehnung aller Politiker*innen, Relativierung der Corona-Pandemie als “Massenpanik” und ganz ganz schrägen Vergleichen des Mund-Nasen-Schutzes als Körperverletzung.

Besonders interessant ist aber natürlich das Verhältnis zu anderen Parteien und Bewegungen. Stargast auf der von Widerstand 2020 mitorganisierten Demonstration in Stuttgart war kürzlich Ken Jebsen. Parteigründer Schiffmann gibt dem Chef der österreichischen rechtsextremen Identitäten Bewegung ein Interview. Auf Social Media finden sich zahlreiche Hinweise auf eine Nähe zu klassischen Verschwörungsideologien.

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